Wenn die Umgebung die Mehrsprachigkeit der Familie nicht unterstützt sind die Bildungschancen der Kindern gering

So ist es.

Es ist besser alle Sprachen ernst zu nehmen, einen Leitfaden, eine Struktur zu haben, damit das Kind eine ordentliche Sprachentwicklung von Anfang an bekommt. Das Kind wird sowieso mehrere Sprachen hören, deswegen besteht das Risiko, eine Sprachverweigerung oder eine Sprachverzögerung zu entwickeln, wenn die Sprachen gemischt werden.

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Es wird viel über mehrsprachige Erziehung geredet, aber in der Praxis haben viele Menschen immer noch Zweifel, Angst, Sorgen und Unsicherheiten.

Es wird gesagt: Ach wie schön, Ihr sprecht aber 2 oder 3 Sprachen!!! (aber gleichzeitig gedacht: Schau mal wie das Kind sich ausdrückt! Es kann noch kein „gescheites“ Deutsch sprechen! – Das sind einige Aussage, die man hört sogar habe ich sie von Kindern gehört…). Da fangen die Probleme an, weil Menschen, normale Bürger Eltern von zweisprachigen, mehrsprachigen Kindern unter Druck setzen und verunsichern.

Die normale Bürger sehen, dass mehrsprachige Kinder sich oft „anders“ ausdrücken, es fehlt oft ein „richtiges Wort“ und die Ausdrucksform ist irgendwie „anders“. Da erschrecken sich die Eltern aber viel zu früh und geben dann ihre Muttersprache auf, weil sie denken, dass ihre Kinder dadurch schlecht die dominante Sprache lernen und sie einen Schaden verursachen, aber diese Eltern vergessen, dass der normale Bürger kein Fachexperte ist, sondern nur ein Beobachter der Mehrsprachigkeit.

Der normale Bürger besitzt kein Fachwissen und kann die riesige kognitive Leistung eines Mehrsprachigen nicht schätzen oder nachvollziehen. Den interessieren weder die Gründe noch die wahre Komplexität des Themas, deswegen sehen einige Menschen die Menschen die Mehrsprachigkeit noch als „Risiko oder Hindernis“.

Das heißt, es ist nicht wichtig, was der normale Bürger sagt, sondern wichtig sind, die Fortschritte, die unsere Kinder machen.

Mehrsprachige Kinder beherrschen zwei oder drei Sprachwortschätze, die  Einsprachigen nur einen Sprachwortschatz. Das bedeutet, dass ein mehrsprachiges Kind eine enorme kognitive Leistung jeden Tag erbringt um sich ausdrücken zu können, und trotzdem schafft es das. Es ist ein automatisches Verfahren, weil es IMMER UND KONSEQUENT zwei oder drei Sprachen ordentlich und auf gutem Sprachniveau gelernt hat.

Das beweisen alle Studien. Mehrsprachigen sollen in einem späteren Alter selten oder spät Demenz oder Alzheimer bekommen. Das heißt, das Gehirn von Mehrsprachigen leistet doppelt so viel mehr als ein einsprachiges Kind und sogar fokussiert. Er erbringt in zwei oder drei Sprachen Sätze, die Leistung zu kommunizieren, die ein einsprachiges Kind in einer Sprache kann.

Das Problem erscheint, wenn die Eltern das nicht wahrnehmen,  die Sprachen mischen und ihr eignes Sprachniveau nicht verbessern. Das sind Aspekte, die Eltern berücksichtigen sollten um eine „Halbsprachigkeit“ zu verhindern, die die Bildungschancen der Kindern einschränkt.

Deswegen ist es so wichtig, dass die ganze Familie dieses Bildungsprojekt unterstützt und gemeinsam engagiert durchführt. Wenn die Eltern engagiert sind und bemühen sich ordentlich ihre Sprachen beizubringen, sollten die Großeltern, Tanten, Eltern, Kinderärzte, Lehrer und Erzieher das auch unterstützen und Wert auf Bildung legen um ein gutes Deutsch, sowie auch Spanisch, Türkisch oder Italienisch reden zu können, damit die Kinder nicht eine „gebrochene“ Sprache lernen, denn da wird die Fähigkeit komplexe Gedanken zu verstehen und zu formulieren eingeschränkt, und im schlimmsten Fall werden die Bildungschancen der Kindern zukünftig gering.

Die Mehrheit der mehrsprachigen Kindern wird monolingual oder einsprachig aufwachsen, obwohl sie andere Sprachen ab und zu sprechen und das liegt daran, weil die meisten Eltern schnell ihre Sprache aufgeben und die dominante Sprache mit den eigenen Kindern sprechen.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, ruhig zu bleiben, anderen oft die Vorteile der Mehrsprachigkeit zu erklären, die emotionale Ebene der Bindung mit der Identität, mit den Menschen der Mutter- oder Vaterkultur zu erinnern, dass es ein Bestandteil der eigenen Identität ist und dass man sich trotzdem bemüht parallel Deutsch zu lernen.

Vergessen Sie nicht, dass Sie Ihre Muttersprache pflegen sollen und seien Sie bitte stolz, weil sich ihre Kinder sehr gut bilden. Sie verursachen überhaupt keinen Schaden.

Das mehrsprachige Kind entwickelt alle Sprachen langsam, aber sicher. Das ist der Kern des Themas. Bleiben Sie daran und erziehen bitte ruhig weiter in ihrer Muttersprache, denn später werden alle Sie gratulieren, weil Ihre Kinder sehr gut zwei oder drei Sprachen beherrschen.

 

Universitäten die das Thema forschen:

Das sind nur ein paar Beispiele.

 

Passende Literatur dazu: 

  • Kielhöfer, Bernd & Jonekeit, Sylvie (1995). Zweisprachige Kindererziehung.9. Aufl. Tübingen: Stauffenburg.
  • Laurén, Christer (2006). Die Früherlernung mehrerer Sprachen. Theorie und Praxis.Provinzia Autonoma di Bolzano. Edizioni Alpha & Beta Verlag
  • Nodari, Claudio, de Rosa, Raffaele. Mehrsprachige Kinder. Haupt Verlag. 2006.
  • Pérez González, Natalia (Dez.12/15). Mehrsprachigkeit in Kitas. Zeitschrift „Klein & Groß“, Lebensorte für Kinder. Zeitschrift für Frühpädagogik. S. 52-55.

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Mag. Natalia Pérez González

ist Expertin für mehrsprachige Erziehung und Gründerin von Multilingual Educational Consulting. Sie bietet Vorträge und Workshops auf Deutsch und Spanisch für Familien, Fachkräfte und Bildungseinrichtungen an. In den letzten 5 Jahren hat sie etliche online Kurse und Programme für mehrsprachige Familien entwickelt. Mehr als 130 Familien haben ihre Dienstleistung in Anspruch genommen und positive Ergebnisse erzielt.


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